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Distance Learning

Distance Learning ist die englische Bezeichnung für Fernunterricht. Im Gegensatz zum Direktunterricht stehen sich der Lehrer und der Schüler nicht persönlich gegenüber sondern sind räumlich voneinander getrennt.

Der Unterricht findet über gedruckte Lehrhefte, auch Lehrbriefe genannt, statt sowie über audio- und video-basierte Lehreinheiten. Seit der Einführung des Internets gibt es auch verstärkt web-basierte Trainingsstunden (Web Based Trainings). Um den Zusammenhalt zwischen Lehrkraft und Teilnehmern zu fördern, finden hin und wieder Präsenzseminare statt, diese sollten aber die Zahl der Fernseminare nicht übersteigen. Die Bildungseinrichtung wird dementsprechend auch Fernschule genannt. Obwohl sich die Lernenden ihre Zeit selbst einteilen können, unterscheidet sich das Distance Learning vom so genannten Selbststudium. Im Gegensatz zum Fernunterricht gibt es im Selbststudium keinerlei pädagogische Begleitung und keine Kontrolle des Lernerfolgs. 

Inhalt des Distance Learnings können Berufsabschlüsse, Bildungsabschlüsse sowie berufliche Qualifikationen oder Spezialisierungen sein. In Deutschland ist der Fernunterricht seit 1977 gesetzlich geregelt, alle Fernlehrgänge unterliegen einer Zulassungspflicht. Dementsprechend muss jeder Anbieter die jeweilige Zulassungsnummer im Informationsmaterial sichtbar aufführen. Die offiziellen Rahmenbedingungen für einen Fernkurs beinhalten ein 14-tägiges Rückgaberecht vom Vertrag ohne Kosten, ein dreimonatiges Kündigungsrecht und gleich bleibende Gebühren für die gesamte Dauer des Lehrgangs. Allein bei reinen Hobby-Lehrgängen ist keine staatliche Zulassung nötig.

Aktuell gibt es in der Bundesrepublik über 2.000 offizielle Fernlehrgänge, die von rund 340 verschiedenen Anbietern ausgerichtet werden. Etwa ein Drittel des Fernunterrichts fällt in den Bereich Wirtschaft. Beliebt sind zudem die Bereiche EDV, Gesundheit/ Freizeit, Sprachen, Technik und Schulabschlüsse. Rund fünf Prozent der Fernlehrgänge entfallen auf die Sparten Pädagogik, Geistes- und Sozialwissenschaften. In der überwiegenden Mehrheit bezahlen die Teilnehmer den Fernunterricht selbst. Im Jahr 2004 nahmen über 245.000 Menschen in Deutschland an einem Fernlehrgang teil, ein Viertel der Lernenden war jünger als 25 Jahre, der Frauenanteil lag bei etwa 50 Prozent. Die Nutzerzahlen für Distance Learning haben sich seit der Jahrtausendwende in Deutschland  mehr als verdreifacht.

Fernunterricht ist keine neue Erscheinung sondern existiert bereits seit über hundert Jahren. Beispielsweise nutzen Australien und Norwegen schon lange Methoden des Fernunterrichts für die Ausbildung von Menschen in entlegenen Gebieten. Mit der Verbreitung des Internets haben sich für das Distance Learning aber neue Möglichkeiten aufgetan. Gerade in weniger entwickelten Ländern, die zudem über eine sehr große Staatsfläche verfügen, wird der Fernunterricht zunehmend beliebter. Brasilien und Argentinien haben bereits staatliche Fernlehrgänge eingeführt. China versorgt inzwischen über 1,5 Millionen Studenten per Radio und Fernsehen mit Unterrichtsmaterial.

E-Learning, also Electronic Learning, ist ein Synonym für Distance Learning. Unter Mobile Learning hingegen versteht man eine Erweiterung des E-Learnings. Während man beim herkömmlichen Fernunterricht die Lern-Session vorher zeitlich und örtlich planen muss, kann Mobile Learning (M-Learning) überall spontan genutzt werden. Mobiles Lernen erfolgt über ein Mobiltelefon, ein Notebook oder ein anderes mobiles Endgerät. So können beispielsweise Wartezeiten sinnvoll genutzt werden. Das große Problem des M-Learnings ist allerdings, dass es meist nur um kurze Zeitspannen geht und der Lernende so vielen Unterbrechungen und Ablenkungen ausgesetzt ist. Daher ist es sehr wichtig, dass die Inhalte für Mobile-Learning-Programme didaktisch sinnvoll in kleine Lernpakete eingeteilt werden. E-Learning-Inhalte können also in keinem Fall direkt übernommen und für M-Learning eingesetzt werden.